Lebens (&) Reise Blog

Gehen oder bleiben in einer Beziehung

Gehen oder bleiben in einer Beziehung? Die Antwort kommt zum Schluss


Foto: jens-lelie-u0vgcIOQG08-unsplash

Wer kennt nicht den Song „Should I Stay Or Should I Go“ …. die Frage, die sich The Clash hier stellen, ist ja wirklich keine Seltenheit.

Wahrscheinlich hast auch du dir schon mal diese Frage gestellt? Denn wer kennt das nicht, die Beziehung fühlt sich wie eine endlose Reihung von Problemen und Streit an. Du fühlst dich emotional hin- und her gerissen. Du liegst nachts wach mit der quälenden Frage: Soll ich gehen oder bleiben?

In vielen Beziehungen beruhigt sich die Lage wieder, Konflikte lösen sich in klärenden Gesprächen, die Beziehung hält – vielleicht wächst sie sogar im Konflikt.

…manchmal aber auch nicht. Dann kann dich die Frage monatelang begleiten. Denn die Entscheidung kann weitreichende, manchmal sogar existenzielle, Konsequenzen haben. Das ist in der Liebe genauso wie im Job, wie in anderen wichtigen Beziehungen.


Beziehungskrise: Wenn Nähe mehr verletzt als verbindet

Vielleicht erkennst du dich in einem dieser Muster wieder:

  • Ihr kritisiert euch ständig, statt einander wirklich zuzuhören
  • Gespräche werden immer länger, aber nie klärender
  • Recht haben wird wichtiger als die Verbindung
  • Ihr wechselt zwischen emotionalem Rückzug und heftigen Ausbrüchen

Diese Dynamiken zeigen sich nicht nur in Liebesbeziehungen. Auch in Freundschaften, Sport-Mannschaften oder in beruflichen Beziehungen: in Teams, zwischen Führungskräften, zwischen Geschäftspartnern laufen genau diese Muster ab.

Je stärker diese Dynamiken werden, desto größer wird der innere Entscheidungsdruck, um so schwieriger wird die Entscheidung.

Und das Schlimmste daran: Je länger du grübelst, desto mehr steigt der Druck und dein Stresslevel. Und umso schwerer fällt dir die Entscheidung.

Aber was wäre, wenn nicht nur die Frage das Problem ist, sondern der Druck, unter dem du sie beantworten willst?


Gehen oder bleiben? Warum Entscheidungsdruck Klarheit verhindert

In unserer Arbeit im EntfaltungsRaum erleben wir es immer wieder: Menschen kommen zu uns auf der Suche nach einer Antwort zu: Soll ich gehen? Soll ich bleiben? …ich will jetzt ganz dringend, ganz schnell – am besten hier und gleich – die Antwort finden!

Doch so funktioniert Klarheit nicht.

Wenn dein Nervensystem im Alarmmodus ist – voller Wut, Enttäuschung, Verletzung, Verzweiflung – ist dein Gehirn gar nicht in der Lage, eine weise Entscheidung zu treffen. Im Konflikt ist deine Wahrnehmung verengt, deine Gefühle sind kälter, deine Bedürfnisse sind vernebelt, dein Handlungs- und Lösungsspielraum ist stark eingeschränkt.

Die Fähigkeit, differenziert wahrzunehmen „Was brauche ich? Was trage ich selbst bei? Was ist wirklich stimmig?“ sinkt.

Gute Entscheidungen entstehen nicht aus Eskalation. Sie entstehen aus Beruhigung.

Erst wenn der innere Druck nachlässt, wird Entscheidungsfähigkeit wieder möglich. Erst dann findest du wieder Kontakt zu deinem Inneren – zu deinen Gefühlen, und damit auch wieder Klarheit über deine Bedürfnisse.

Also heißt die Devise: Die Antwort kommt zum Schluss. Erst kommt die innere Beruhigung, dann kommt die Entscheidung. Und nicht – wie wir es so häufig erleben – erst die Entscheidung – in der Hoffnung, dass damit die Ruhe einhergeht.

So wird viel Porzellan zerschlagen, so werden vorschnell Bänder zerschnitten oder (innere) Kündigungen ausgesprochen. Entscheidungen, die aus einer stabilen, ruhigen Person heraus nicht getroffen worden wären.

ABER: Wie kannst du zu innerer Beruhigung finden, wenn du doch gerade im Dauer-Konflikt gefangen bist?

Es gibt einen Weg. Der beginnt mit Abstand.

Dieser Beitrag stellt zwei kraftvolle Übungen vor, die genau hier ansetzen. Nicht bei der Lösung, sondern bei der Unterbrechung eskalierender Dynamiken: Splitterwochen und innere Scheidung.

Beide Übungen stammen aus dem Kontext der Paarsynthese und lassen sich in ihren Grundelementen auf alle Beziehungen und auf grundlegende Entscheidungsprozesse übertragen.

Sie schaffen emotionalen – manchmal auch räumlichen – Abstand, ohne vorschnell zu trennen.


Splitterwochen – Trennung auf Zeit für mehr Klarheit in der Beziehung

Was sind Splitterwochen?

Der Name spielt bewusst mit den „Flitterwochen“ – nur dass es hier nicht um romantisches Hochgefühl geht, sondern um bewusste Krisenbearbeitung.

Splitterwochen bedeuten: Du gehst auf Distanz – räumlich, emotional oder beides – ohne dich endgültig zu trennen. Es ist ein geschützter Raum, um durchzuatmen, wieder zu dir zu kommen und herauszufinden, was du wirklich brauchst.

Wenn bei dir jetzt die Alarmglocken angehen, weil du ein Déjà-vu hast. Da war damals der Partner, der gesagt hat „ich brauche mal eine Pause“. Und eigentlich war er schon entschieden, dass er geht, weil da schon eine Neue am Start war. Und er eigentlich nur zu feige war, das auszusprechen.

Dann beachte: Splitterwochen sind kein passives Sich-Entfernen. Sie funktionieren nur, wenn die Entscheidung noch nicht getroffen ist, und ihr sie aktiv gestaltet.

Die 5 Regeln für erfolgreiche Splitterwochen

1. Beziehung trotz Distanz

Getrennt wohnen bedeutet nicht, dass die Beziehung vorbei ist. Legt gemeinsam klare Regeln fest: Wie oft habt ihr Kontakt? Wie organisiert ihr den Alltag? Was gilt für die Kinder?

2. Wöchentlicher Krisendialog

Vereinbart einen festen Termin pro Woche – maximal 1,5 Stunden, nüchtern, mit einem konkreten Thema. Keine Generalabrechnung, kein Aufwärmen alter Verletzungen.

3. Lösungen statt Vorwürfe

Nutze die Zeit der Trennung, um konstruktive Ideen zu entwickeln – nicht um weitere Beweise zu sammeln, warum die andere Person schuld ist.

4. Professionelle Unterstützung

Splitterwochen gelingen deutlich besser mit Begleitung – durch Paarberatung, Coaching oder Mediation. Im EntfaltungsRaum unterstützen wir dich genau in solchen Phasen.

5. An dir selbst arbeiten

Diese Zeit dient nicht dazu, dich innerlich für den Kampf zu wappnen. Sie dient der Selbstklärung: Welche Fehler habe ich gemacht? Was brauche ich wirklich? Wo sind meine Grenzen?

Was Splitterwochen bewirken können

Menschen, die Splitterwochen durchlaufen, berichten häufig:

✓ Spürbare innere Beruhigung

✓ Mehr Klarheit über eigene Bedürfnisse

✓ Eine neue Sicht auf die Beziehung

✓ Besseren Zugang zu sich selbst

Und das Wichtigste: Die Entscheidung reift von allein – ohne Zwang, ohne Druck.


Innere Scheidung – emotionale Distanz ohne endgültige Trennung

Wie funktioniert die innere Scheidung?

Konkret bedeutet das:

  • Getrennte Betten
  • Weiterhin gemeinsamer Alltag (z. B. wegen Kindern, Wohnung)
  • Keine Liebesansprüche oder Beziehungserwartungen

Du lebst nicht mehr als Paar, sondern in einem höflichen, geregelten Miteinander. Das Ziel: Beruhigung, Klarheit und wieder Kontakt zu dir selbst.

Wichtig: Die innere Scheidung ist kein Machtinstrument. Sie ist kein trotziger Rückzug und kein Druckmittel. Sie ist ein ehrlicher Versuch, die Eskalation zu stoppen.

Die 5 Grundregeln der inneren Scheidung

1. Stopp aller Kritik

Keine Spitzen, keine Abwertungen, keine Belehrungen. Kritik hält den emotionalen Krieg am Laufen. Erst ohne sie kann sich dein Nervensystem beruhigen.

2. Eigene Anteile erkennen

Schau dir deine eigenen Fehler an – nicht aus Schuld, sondern aus Selbstachtung. Eine aufrichtige Entschuldigung darf ohne Erwartung ausgesprochen werden.

3. Die Beziehung als Lernraum würdigen

Auch schmerzhafte Beziehungen lehren uns etwas: über unsere Bedürfnisse, unser Konfliktverhalten, über Nähe und Distanz.

4. Dankbarkeit und Trauer zulassen

Dank für echte Momente der Verbindung. Trauer um das, was nicht gelungen ist. Beides darf nebeneinander existieren.

5. Sachliche Alltagsregeln

Klärt praktische Dinge: Wer schläft wo? Wie organisiert ihr euren Tagesablauf? Ziel ist Fairness und so wenig neue Verletzungen wie möglich.

Was die innere Scheidung bewirkt

Die innere Scheidung garantiert kein Happy End. Aber sie ermöglicht:

✓ Inneren Frieden

✓ Neue Ruhe im Alltag

✓ Manchmal neue Achtung füreinander

✓ Manchmal einen würdevollen Abschied

Beides ist ein Gewinn – weil es nicht aus dem Kampf entsteht, sondern aus Klarheit.


Entscheidungsfähigkeit statt Entscheidungsdruck in Beziehungen

Studien zeigen: Viele Paare trennen sich in Phasen maximaler Überforderung – und bereuen es später. Hätten sie den zerstörerischen Kreislauf unterbrechen können, wären andere Wege möglich gewesen.

Beide Methoden sind ein bewusster Stopp, wenn Nähe nur noch verletzt. Sie sind ergebnisoffen und wollen keine bestimmte Entscheidung herbeiführen. Ihr Nutzen liegt darin:

  • emotionaler Druck reduziert sich
  • das Nervensystem beruhigt sich
  • Selbstkontakt wird wieder möglich
  • eigene Bedürfnisse, Grenzen und Muster werden klarer

Aus dieser Haltung heraus kann am Ende Unterschiedliches entstehen:

  • ein stimmiger Abschied
  • ein bewusstes Wieder-Zusammenfinden
  • neue Vereinbarungen und Rahmenbedingungen

Was auch immer es ist – es entsteht nicht aus Überforderung, sondern aus Klarheit.


Nicht nur für Paare: Beziehung klären im Beruf und Alltag

Auch wenn Splitterwochen und innere Scheidung aus der Paartherapie stammen, lassen sich ihre Grundprinzipien auf alle Arten von Beziehungen übertragen:

  • Konflikte mit Geschäftspartnern
  • Schwierige Teamdynamiken
  • Führungskonflikte
  • Berufliche Neuorientierung

Überall dort, wo Nähe, Verantwortung und Emotionen aufeinandertreffen, wirken dieselben Dynamiken.

Abstand, Selbstreflexion und bewusster Umgang mit Konflikten sind universelle „Werkzeuge“ für alle Beziehungen.


Wie der EntfaltungsRaum dich in Beziehungskrisen unterstützt

Im EntfaltungsRaum begleiten wir Menschen in genau solchen Übergangsphasen – ob in Beziehungen, im Beruf oder in persönlichen Umbrüchen.

Unser Ansatz basiert auf:

✓ Emotionaler Intelligenz

✓ Achtsamkeit

✓ Mediation und Coaching

✓ Langjähriger Erfahrung in Organisationen und Paararbeit


Wir schaffen Räume, in denen Entscheidungsdruck abnehmen darf und Klarheit wachsen kann.


Coming soon in unserem EntfaltungsRaum:

BEZIEHUNGSRÄUME – unser Gruppenangebot für berufliche und private Beziehungsthemen (seid gespannt!)


Unsere aktuellen Angebote für dich

Wenn du jetzt schon mit deinen (Beziehungs-)Themen starten möchtest:

📍Coaching-Reihe in Ludwigsburg (am Blühenden Barock) Start: 14. April 👉 www.eraum.info/montag/

🌊 Coaching-Retreat am Ammersee 23.–25. April 👉 www.eraum.info/ich-pause-refresh/

🏝️Coaching-Retreat auf Kreta Voraussichtlich Herbst 2026 👉 www.eraum.info/ich-pause-kreta/

💎Intensives 1:1 Coaching Zeitraum und Ort deiner Wahl 👉 www.eraum.info/intensiv/


Manchmal kommt die Antwort nicht am Anfang eines Entscheidungsprozesses. Sondern dann, wenn wieder genug Raum entstanden ist.

Und oft – ganz leise – zum Schluss.


Was wissenschaftliche Studien dazu sagen

Auch die Forschung zeigt, dass diese Entscheidung selten nur eine rationale Kopfentscheidung ist, sondern ein inneres Ringen zwischen Bindung, Enttäuschung, Hoffnung, Angst und Verantwortung für dich selbst und andere.[1][2] Viele Menschen tragen gleichzeitig gute Gründe für das Bleiben und für das Gehen in sich – und genau dieses Spannungsfeld kann sich über längere Zeit hinziehen und sehr erschöpfend wirken.[3][2]

Studien zu Beziehungsdynamiken machen deutlich, dass deine Entscheidung nicht nur von deiner aktuellen Zufriedenheit abhängt, sondern auch davon, wie viel du bereits investiert hast (Zeit, Emotionen, gemeinsame Geschichte, Kinder, gemeinsames Leben), wie attraktiv mögliche Alternativen erscheinen und ob du dich innerlich frei oder eher verpflichtet und „gebunden“ fühlst.[4][5][6] Menschen, die sich „mit einem Fuß schon draußen“ erleben, zeigen im Alltag oft starke Schwankungen: An manchen Tagen fühlt sich Bleiben stimmig an, an anderen Tagen erscheint eine Trennung fast unausweichlich.[1][3]

Genau hier können unsere Coaching‑Retreats und Coaching‑Reihen ansetzen: Sie bieten dir einen geschützten Rahmen, um dieses innere Hin‑ und Her in Ruhe zu sortieren, deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen klarer zu spüren und deine Beziehungsmuster besser zu verstehen.[7][8] Ob in Ludwigsburg, am Ammersee oder auf Kreta – du gewinnst Abstand vom Alltag, kannst tiefer nach innen lauschen und neue Perspektiven auf dich und deine Beziehung(en) entwickeln.[8] Wenn du magst, begleiten wir dich dabei, deine Entscheidung bewusster und stimmiger zu treffen – ob sie am Ende heißt bleiben, gehen oder zunächst innehalten und dir selbst neu zu begegnen.[9][2]

Quellen:

[1] Overall thesis: Anxious attachment promotes ambivalence and conflict regarding commitment, which explains the unclear findings that have been uncovered by research as of yet https://www.pure.ed.ac.uk/ws/portalfiles/portal/192431470/JoelEtal2021EJSPOneFootOutTheDoor.pdf

[2] The Reasons People Think About Staying and Leaving Their Romantic Relationships: A Mixed-Method Analysis https://experts.illinois.edu/en/publications/the-reasons-people-think-about-staying-and-leaving-their-romantic

[3] One foot out the door: Stay/leave ambivalence predicts day … https://www.research.ed.ac.uk/en/publications/one-foot-out-the-door-stayleave-ambivalence-predicts-day-to-day-f

[4] 10.3 Relationship Maintenance and Dissolution https://fiveable.me/social-psychology/unit-10/relationship-maintenance-dissolution/study-guide/p6SjXsTHIwdroKoS

[5] STAY/LEAVE DECISION-MAKING IN NON-VIOLENT AND … – PMC https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4666798/

[6] [PDF] The Investment Model of Commitment Processes – Purdue e-Pubs https://docs.lib.purdue.edu/context/psychpubs/article/1025/viewcontent/Investment_Model_of_Commitment_Processes_Author_Accepted_Manuscript_Agnew.pdf

[7] [PDF] Bestandsaufnahme Online-Paarberatung – Deutsches Jugendinstitut https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs2020/2020-Gesamtbericht_online_Paarberatung.pdf

[9] How interdependent are stay/leave decisions? On staying … – PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30035565/


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann sollte man eine Beziehung beenden?

Es gibt keinen „perfekten“ Zeitpunkt für diese Entscheidung. Wichtig ist, dass du nicht aus einem emotionalen Ausnahmezustand heraus entscheidest. Wenn dein Nervensystem im Alarmmodus ist – voller Wut, Enttäuschung oder Verletzung – trifft dein Gehirn Überlebensentscheidungen statt weiser Entscheidungen. Die Antwort auf „Gehen oder bleiben?“ sollte aus einem Zustand der inneren Ruhe kommen, nicht aus Eskalation. Methoden wie Splitterwochen oder die innere Scheidung können helfen, erst die nötige Beruhigung zu finden, bevor du eine endgültige Entscheidung triffst.

Was sind Splitterwochen genau?

Splitterwochen sind eine bewusst gestaltete Trennung auf Zeit – eine Art „Krisenbearbeitung“ statt Flitterwochen. Du gehst auf Distanz (räumlich, emotional oder beides), ohne dich endgültig zu trennen. Wichtig sind dabei klare Regeln: Wie oft habt ihr Kontakt? Wie organisiert ihr den Alltag? Was gilt für Kinder? Splitterwochen funktionieren nur, wenn die Entscheidung noch nicht getroffen ist und beide die Zeit aktiv gestalten – mit wöchentlichen Krisendialogen, konstruktiver Selbstreflexion und idealerweise professioneller Begleitung.

Wie funktioniert eine innere Scheidung?

Die innere Scheidung bedeutet emotionale Entflechtung bei weiterhin gemeinsamem Alltag. Konkret: getrennte Betten, keine Liebesansprüche, aber sachliches, höfliches Miteinander. Die fünf Grundregeln sind: (1) Stopp aller Kritik, (2) ehrlicher Blick auf eigene Anteile, (3) die Beziehung als Lernraum würdigen, (4) Dankbarkeit und Trauer zulassen, (5) sachliche Alltagsregeln vereinbaren. Wichtig: Die innere Scheidung ist kein Machtinstrument oder Druckmittel, sondern ein ehrlicher Versuch, die Eskalation zu stoppen und wieder Klarheit zu gewinnen.

Kann eine Trennung auf Zeit die Beziehung retten?

Eine Trennung auf Zeit (Splitterwochen) ist ergebnisoffen – sie will keine bestimmte Entscheidung herbeiführen. Manche Paare finden durch den Abstand wieder zueinander, andere gewinnen Klarheit für einen stimmigen Abschied, wieder andere entwickeln völlig neue Vereinbarungen. Studien zeigen, dass viele Paare sich in Phasen maximaler Überforderung trennen und es später bereuen. Eine bewusste Auszeit kann den zerstörerischen Kreislauf unterbrechen und einen Raum schaffen, in dem die Entscheidung aus Klarheit statt aus Panik entsteht.

Wie lange sollten Splitterwochen dauern?

Die Dauer ist individuell und sollte gemeinsam festgelegt werden – typischerweise zwischen 4 Wochen und 3 Monaten. Wichtiger als die genaue Zeitspanne ist, dass ihr regelmäßige Krisendialoge führt (maximal 1,5 Stunden pro Woche, nüchtern, mit konkretem Thema). Die Zeit dient der Selbstklärung: „Welche Fehler habe ich gemacht? Was brauche ich wirklich? Wo sind meine Grenzen?“ Idealerweise mit professioneller Begleitung durch Paarberatung, Coaching oder Mediation.

Woher weiß ich, ob ich gehen oder bleiben soll?

Die Antwort kommt zum Schluss – erst nach der inneren Beruhigung, dann die Entscheidung. Wenn du mitten im Dauer-Konflikt steckst, ist deine Wahrnehmung verengt und deine Bedürfnisse sind vernebelt. Die Fähigkeit zu erkennen „Was brauche ich wirklich? Was ist stimmig?“ sinkt dramatisch. Schaffe erst Abstand (durch Splitterwochen oder innere Scheidung), lass dein Nervensystem zur Ruhe kommen, finde wieder Kontakt zu dir selbst – dann reift die Entscheidung oft von allein. Vertraue darauf, dass Klarheit entsteht, wenn der emotionale Druck nachlässt.

Funktionieren diese Methoden auch bei beruflichen Beziehungen?

Ja, absolut. Obwohl Splitterwochen und innere Scheidung aus der Paarsynthese stammen, lassen sich ihre Grundprinzipien auf alle Beziehungen übertragen: Konflikte mit Geschäftspartnern, schwierige Teamdynamiken, Führungskonflikte oder berufliche Neuorientierung. Überall dort, wo Nähe, Verantwortung und Emotionen aufeinandertreffen, wirken dieselben Dynamiken. Die Kernprinzipien – Abstand schaffen, Eskalation stoppen, Selbstreflexion ermöglichen – sind universelle Werkzeuge für alle Arten von Beziehungskrisen.

Wann ist professionelle Hilfe bei Beziehungskrisen sinnvoll?

Professionelle Unterstützung ist besonders hilfreich, wenn: (1) ihr allein nicht aus der Eskalationsspirale herauskommt, (2) Gespräche immer im Streit enden, (3) einer oder beide stark emotional belastet sind, (4) ihr Splitterwochen oder eine innere Scheidung durchführen möchtet. Ein neutraler Coach oder Mediator kann den geschützten Raum halten, destruktive Muster unterbrechen und dabei helfen, wieder Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen zu finden. Wichtig: Holt euch Hilfe BEVOR die Situation eskaliert, nicht erst, wenn alles bereits zerbrochen ist.

Was sind Anzeichen für eine Beziehungskrise?

Typische Muster in einer Beziehungskrise sind: Ihr kritisiert euch ständig, statt einander wirklich zuzuhören. Gespräche werden immer länger, aber nie klärender. Recht haben wird wichtiger als die Verbindung. Ihr wechselt zwischen emotionalem Rückzug und heftigen Ausbrüchen. Die Frage „Soll ich gehen oder bleiben?“ begleitet dich monatelang. Du liegst nachts wach und grübelst. Je länger diese Dynamiken anhalten, desto größer wird der innere Entscheidungsdruck – und desto schwerer fällt die Entscheidung.

Ist eine innere Scheidung der erste Schritt zur echten Trennung?

Nein, die innere Scheidung ist ergebnisoffen. Sie garantiert kein Happy End, aber sie ermöglicht: inneren Frieden, neue Ruhe im Alltag, manchmal neue Achtung füreinander, manchmal einen würdevollen Abschied. Entscheidend ist, dass die innere Scheidung KEIN trotziger Rückzug und kein Druckmittel ist, sondern ein ehrlicher Versuch, die Eskalation zu stoppen. Was daraus entsteht – ob Neuanfang oder Abschied – kommt aus Klarheit, nicht aus dem Kampf. Und das ist in jedem Fall ein Gewinn.


Unsere Angebote im Detail:

Alle unsere Angebote basieren auf dem Konzept der Emotionalen Intelligenz & Achtsamkeit. Diese ist Bestandteil unseres systemisch, achtsamkeitsbasierten, integrativen Coaching-Ansatzes.

Wir bieten Dir Settings an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlicher Intensität und Dauer an, darunter auch einige Retreats. Schau‘ doch mal rein:

Herzliche Grüße von

Martina Bär-Sieber und Menexia Kladoura

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Zukunftsvision statt Neujahrsvorsätze

Warum es so viel schöner ist, sich die Zukunft zu erträumen, als sich Vorsätze für das neue Jahr vorzunehmen

Es gibt diesen Moment zwischen den Jahren, in dem die Zeit sich besonders anfühlt. Alles ist ein bisschen langsamer, ein bisschen stiller, als ob das Leben selbst einmal tief durchatmet. Und genau in dieser Pause stolpern viele von uns in die alte Tradition: Neujahrsvorsätze.

Weniger essen. Mehr Sport. Weniger Stress. Mehr Ordnung. Weniger Drama. Mehr Gelassenheit.
Die Klassiker, die wir im Grunde jedes Jahr aufs Neue hören – oder uns selbst vornehmen.

Und gleichzeitig wissen die meisten von uns: Nach wenigen Wochen ist der Zauber verflogen, und die alten Muster melden sich zurück. Nicht, weil wir undiszipliniert wären, sondern weil etwas viel Grundsätzlicheres passiert: Verbote, Einschränkungen, „Weniger von…“ oder auch „Mehr von…“ berühren nicht unser inneres Feuer.

Was unser inneres Feuer berührt, ist etwas ganz anderes:

Eine Vision..
Eine Vorwegnahme dessen, wer wir werden wollen und wie wir leben möchten.
Ein inneres Zukunftsbild mit allen Sinnen erdacht, erspürt.

Es ist wie, in der Zukunft baden!

…wie in einem Liegestuhl liegen und in der Sonne baden, die Wärme spüren, das Meer riechen, die leicht salzige Luft schmecken, den Wellen lauschen…

Und genau hier wird es spannend – nicht nur philosophisch, sondern auch wissenschaftlich.

Warum unser Gehirn lieber Zukunftsbilder mag als Verbote

Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, sich auf „Nicht-Tun“ zu fokussieren.

Sag einem Menschen: „Denk nicht an einen rosa Elefanten,“ und du weißt, was passiert.
Sag dir selbst: „Ich will weniger Stress,“ und dein Gehirn fokussiert – nun ja – auf Stress.

Verbote, Einschränkungen, Selbstoptimierungslisten erzeugen oft Druck, Enge und einen subtilen Widerstand. Visionen hingegen öffnen innerlich einen Raum.

Sie arbeiten mit:

  • Bildern
  • Emotionen
  • Bedeutung
  • Sinn
  • Innerer Motivation

Und genau an dieser Stelle setzt das an, was in der Psychologie unter positive future-oriented imagery, Self-Fulfilling Prophecy, Zukunftsselbst oder mentales Kontrastieren erforscht wird.

Zukunftsbilder werden zu einer Self-Fulfilling Prophecy

Das geschieht nicht magisch.
Sondern neuropsychologisch – und emotional.

Wenn du ein Bild verinnerlichst, passiert Folgendes:

  • Du bemerkst Chancen, die du vorher übersehen hättest.
  • Du entscheidest bewusster.
  • Du feilst an deiner Haltung.
  • Du schaffst kleine neue Routinen.
  • Du spürst immer unmittelbarer, was dir nicht mehr guttut.
  • Und du veränderst nach und nach dein Verhalten.

Nicht, weil du musst.
Sondern weil dein Inneres weiß, wohin es möchte.

Visionen ziehen uns vorwärts.
Verbote halten uns zurück.

Die Wissenschaft dahinter: Warum Zukunftsvisionen wirken

Lebhafte Zukunftsbilder beeinflussen Emotion und Verhalten

Studien zeigen: Wenn Menschen sich positive zukünftige Ereignisse lebhaft vorstellen, steigt nicht nur die Stimmung – sie verändern auch, oft unbewusst, ihr Verhalten.

Das Gehirn beginnt, die Vision „für möglich“ zu halten.
Und wenn etwas möglich erscheint, steigt:

  • die Motivation,
  • die Aufmerksamkeit für passende Gelegenheiten,
  • das Durchhaltevermögen,
  • und die Selbstwirksamkeit.

Kurz gesagt: Deine Zukunftsvision beginnt schon heute, deine Entscheidungen unbewusst mitzulenken.

Das „Zukunfts-Ich“ macht bessere Entscheidungen möglich

Spannende Forschung zeigt: Menschen, die ein klares Bild ihres zukünftigen Selbst vor Augen haben, treffen Entscheidungen, die diesem Selbst zugutekommen – z.B. beim Sparen, beim Gesundheitsverhalten oder in der persönlichen Entwicklung.

Genauso wirkt das Visionieren übrigens auch im Negativen. Wenn du dir vorstellst, was alles schief gehen könnte, wird schon auch etwas schief gehen. Darum: achte immer mal wieder bewusst darauf, was deine Gedanken so denken.

Visionen allein reichen nicht – aber sie sind der Anfang

Nur zu fantasieren, ist natürlich zu wenig. Es bewirkt sogar das Gegenteil. Das zeigen die Arbeiten von Gabriele Oettingen sehr deutlich:

Wer nur in schönen Bildern schwelgt, verliert paradoxerweise Motivation – weil das Gehirn sich im Gefühl des „Schon-Habens“ einrichtet.

Warum? Weil unser Gehirn nicht gut zwischen Visionen und tatsächlich Erlebten unterscheiden kann. Was also zum einen zum Gelingen beiträgt, kann bei einer „Überdosis“ genau ins Gegenteil umschlagen.

Was wirkt also?

Wirklich kraftvoll wird es erst, wenn zwei Dinge zusammenkommen:

(1) Die Vision – klar, lebendig, emotional berührend.
(2) Die Realität – erste kleine Erfolge, inklusive dem Bewältigen von Hindernissen.

Dieses Zusammenspiel nennt sich mentales Kontrastieren.
Und in Kombination mit Wenn-Dann-Plänen (Implementation Intentions) entsteht eine Art inneres Navigationssystem:

„Wenn die Situation X auftaucht, dann mache ich Y.“

Das ist wissenschaftlich extrem gut belegt und macht Visionen wirksam.

Darum scheitern Neujahrsvorsätze oft

Wenn wir ehrlich sind, bestehen viele Vorsätze aus Dingen, die wir nicht mehr wollen:

  • weniger Süßes
  • weniger Streit
  • weniger Chaos
  • weniger Stress
  • weniger Bildschirmzeit

Das Problem:
Weg-von-Ziele aktivieren keine Begeisterung.
Sie aktivieren Widerstand.

Vorsätze scheitern nicht an der Disziplin – sie scheitern daran, dass sie keine echte innere Bewegung auslösen.

Zukunftsträume hingegen erzeugen innere Bewegung

Sie laden dich ein, nach innen zu lauschen:

  • Was wünsche ich mir wirklich?
  • Wie möchte ich mich fühlen?
  • Wie möchte ich wirken?
  • Was soll in meinem Leben wachsen?
  • Wer möchte ich sein – in 6 Monaten, in 3 Jahren?

Zukunftsbilder schaffen Orientierung, ohne zu knebeln.
Sie geben Richtung, ohne Druck.
Sie wecken Sehnsucht – und Sehnsucht zieht uns vorwärts.

Manchmal zart, manchmal kraftvoll, aber immer: von innen heraus.

Eine gute Vision entsteht nicht ausschließlich im Kopf. Sie entsteht im Körper, im Gefühl, im inneren Erleben.

Oft in Momenten der Stille.
Oder in Gesprächen.
Oder im Coaching.
Oder wenn wir uns erlauben, uns nicht zu optimieren – sondern zu spüren.

Eine Vision ist kein Ziel.
Ein Ziel ist eine Zahl.
Eine Vision ist ein inneres Bild, ein Gefühl, ein Lebensentwurf.

Manchmal entsteht sie plötzlich, manchmal über Wochen, manchmal durch kreatives Nachspüren.

Probiere es einmal aus – genau jetzt

Stell dir einen Moment in deiner Zukunft vor – einen Tag, an dem du dich stimmig, lebendig und ganz bei dir fühlst.

  • Wo bist du?
  • Mit wem bist du zusammen?
  • Was tust du genau?
  • Was spürst du? Was riechst du? Was schmeckst du?
  • Was ist leichter?
  • Was ist wärmer?
  • Was ist präsenter?

Solche Bilder können so fein und zart sein, dass sie ein Lächeln auslösen.
Und genau das ist der Beginn: Das System merkt sich diese Spur.

Warum Visionen im Coaching so wirksam sind

In unseren Coaching-Prozessen im 1:1 und unseren Retreats arbeiten wir mit systemischen, achtsamkeitsbasierten, psychodynamischen und integrativen Ansätzen. Zukunftsbilder entfalten eine enorme Kraft, weil sie:

  • Gefühle aktivieren
  • das Unbewusste einbeziehen
  • Bedürfnisse sichtbar machen
  • innere Schutzstrategien wohlwollend berücksichtigen
  • und Raum schaffen, in dem Unsicherheiten gehalten
  • und dadurch Neues entstehen darf

Für viele Menschen sind Visionen wie ein innerer Kompass – einer, der sich nicht nach äußeren Erwartungen richtet, sondern nach der eigenen inneren Stimmigkeit.

Darum ist es so viel schöner, die Zukunft zu erträumen!

Weil Träume – im besten Sinne – Sanftheit und Sehnsucht mitbringen.
Weil sie uns öffnen, nicht engen.
Weil sie uns erlauben, Mensch zu sein statt Maschine.
Weil sie nicht gegen etwas sind, sondern für etwas.
Weil sie sich mit dem Leben verbünden, statt gegen uns selbst zu arbeiten.
Weil sie uns wieder spüren lassen, was uns wirklich wichtig ist.

Und vielleicht ist genau das der schönste Jahresbeginn:

Nicht mit einem Katalog an Defiziten,
sondern mit einer Vision von dem Menschen,
der wir werden dürfen.


Dein nächster Schritt

Wenn du merkst, dass das jetzt für dich dran ist, laden wir dich ein:

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Oder sprich uns auch gerne für eine Mediation im 2er Setting an. Wir sind beide zertifizierte Mediatorinnen und unterstützen gerne – ob privat oder im beruflichen Kontext.

Herzlich Deine

Martina und Menexia

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Für nachhaltige Veränderung, die in dir selbst entsteht – und die bleibt. Mit Leichtigkeit & Tiefgang.

👉 Mehr Informationen und aktuelle Termine findest du auf: www.eraum.info

Unsere Angebote im Detail:

Alle unsere Angebote basieren auf dem Konzept der Emotionalen Intelligenz & Achtsamkeit. Diese ist Bestandteil unseres systemisch, achtsamkeitsbasierten, integrativen Coaching-Ansatzes.

Wir bieten Dir Settings an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlicher Intensität und Dauer an, darunter auch einige Retreats. Schau‘ doch mal rein:

Quellen:

[1] Imagining a brighter future: The effect of positive imagery … https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4593863/

[2] Mental Contrasting with Implementation Intentions (MCII) Improves … https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4106484/

[3] Saving for your future self: The role of imaginary experiences https://pearl.plymouth.ac.uk/cgi/viewcontent.cgi?article=1498&context=psy-research

[4] The Relationship Between Vividness of Positive Future-Oriented … https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/00332941251335587

[5] Effects of Engaging in Repeated Mental Imagery of Future … https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5410208/

[6] Prof. Dr. Gabriele Oettingen – Universität Hamburg https://www.psy.uni-hamburg.de/en/arbeitsbereiche/paedagogische-psychologie-und-motivation/personen/oettingen-gabriele.html

[7] [PDF] Mental Contrasting With Implementation Intentions (MCII) Improves … https://www.psy.uni-hamburg.de/de/arbeitsbereiche/paedagogische-psychologie-und-motivation/personen/oettingen-gabriele/dokumente/duckworth-kirby-oettingen-2013.pdf

[8] Saving For Your Future Self : The Role of Imaginary Experiences https://aura.abdn.ac.uk/handle/2164/9745

[9] How imagining personal future scenarios influences affect https://www.winzig-stiftung.de/images/forschung/schubert2020.pdf

[10] The effect of positive mental imagery versus positive verbal … https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11652126/

[11] Imagine before you leap: Episodic future thinking … https://www.elsevier.es/en-revista-international-journal-clinical-health-psychology-355-articulo-imagine-before-you-leap-episodic-S1697260024000206

[12] Imagining a brighter future – Hochschulbibliographie https://bibliographie.ub.rub.de/work/54200

[13] The relationship between vividness of positive future-oriented … https://sciety.org/articles/activity/10.31234/osf.io/a6chu_v2

[14] The Relationship Between Vividness of Positive Future-Oriented … https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/00332941251335587

[15] Mental contrasting with implementation intentions (MCII) improves … https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29265873/

[16] The Role of Imagination in Projecting Your Future https://www.intelligentchange.com/blogs/read/the-role-of-imagination-in-projecting-your-future

[17] The Relationship Between Vividness of Positive Future-Oriented … https://www.semanticscholar.org/paper/The-Relationship-Between-Vividness-of-Positive-and-Blackwell-Westermann/31c9c906c4d27c524e1ab60ff0a9c2ddf8dfb1fe

[18] Mental Contrasting with Implementation Intentions Increases Goal … https://www.springermedizin.de/mental-contrasting-with-implementation-intentions-increases-goal/8866332

[19] neural measures of future self-continuity predict temporal … https://www.semanticscholar.org/paper/Saving-for-the-future-self:-neural-measures-of-Ersner-Hershfield-Wimmer/ae3388ffbc993ab29f1dbb8de6decae6fa72be3e

[20] [PDF] The effect of positive mental imagery versus positive verbal thoughts … https://fbz-bochum.de/files/fbz-bochum/content/Dokumente/Publikation%20Sammlung%20Prof.%20Dr.%20J%C3%BCrgen%20Margraf/2024/Blackwell%20et%20al.%202024%20Applied%20Psych%20Health%20Well.pdf

[21] Online Mental Contrasting with Implementation Intentions for … https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666325003629

[22] Using imaginary worlds for real social benefits https://www.cambridge.org/core/journals/behavioral-and-brain-sciences/article/using-imaginary-worlds-for-real-social-benefits/957BD1EF5421220778D655A1092FA3DA

Lebens (&) Reise Blog

Aufblühen statt Aushalten

Wie Positive Psychologie Persönlichkeits-Entwicklung und Beziehungen stärkt


Viele Menschen, die sich auf den Weg der Persönlichkeitsentwicklung machen – sei es im Coaching, in der Mediation oder im Retreat – beginnen mit dem Blick auf das, was schwierig ist, auf das, was sie loswerden wollen. Auf alte Muster, Verletzungen, Verstrickungen. Das ist wichtig, denn Wachstum braucht Bewusstheit.

Doch wer ausschließlich auf dem Negativen verweilt, erlebt Entwicklung oft als anstrengend und zäh.
Die Forschung zur Positiven Psychologie zeigt heute klar: Nachhaltige Entwicklung gelingt, wenn wir nicht nur Defizite anschauen, sondern auch das, was uns nährt, stärkt und mit Sinn erfüllt.


Persönlichkeits-Entwicklung heißt: wachsen und aufblühen

Die Positive Psychologie – gegründet von Martin Seligman und Mihaly Csikszentmihalyi – fragt nicht: Was fehlt dir? Was nervt dich? Was möchtest du nicht mehr? Sondern: Was lässt dich aufblühen? Welche Ressourcen hast du? Wo zieht es dich hin? Wie kann eine gute Zukunft aussehen?

Sie lenkt den Blick also bewusst auf das Positive und versteht Persönlichkeitsentwicklung als einen Prozess, in dem Menschen ihre Stärken leben, Freude kultivieren und tragfähige Beziehungen gestalten. „Flourishing“ – das englische Wort für Aufblühen – beschreibt diesen Zustand, in dem Menschen sich lebendig, leicht, verbunden und erfüllt fühlen.

Die internationale Global Flourishing Study (2025) mit über 200.000 Teilnehmenden zeigt deutlich:

Menschen, die Sinn erleben, stabile Beziehungen pflegen und regelmäßig Dankbarkeit praktizieren, berichten nicht nur von höherem Wohlbefinden, sondern auch von besserer körperlicher Gesundheit und Resilienz.


Persönlichkeits-Entwicklung, die nährt

In unseren Coachings und Retreats im EntfaltungsRaum erleben wir das immer wieder:
Wenn Coachees lernen, die Aufmerksamkeit bewusst auf das Nährende zu lenken, verändert sich der ganze Entwicklungsprozess – er wird leichter, kraftvoller und spürbar lebendiger.

Das heißt nicht, dass wir das Negative und Problematische komplett ausblenden. Wir schütten keinen Zuckerguss über das Leid, indem wir sagen: „ach, das ist ja nicht so schlimm, lass uns mal in die schöne Zukunft schauen!“ Wir relativieren nicht: „Es könnte doch noch schlimmer sein, schau mal, dir geht es doch gut – im Vergleich zu…“ oder „sei mal dankbar für das, was du hast!“

Sondern wir nehmen bewusst beides in den Blick. Und anerkennen aus vollem Herzen: „Ja, es ist eine schwierige Zeit.“ „Ja, das schmerzt.“ „Ja, das nervt.“ Und richten mit angemessenem Feingefühl auch den Blick „in die Sonne“: auf das, was da ist; auf das, was stärkt; auf Verbundenheit, Nähe…

In unseren Coaching-Retreats und im 1:1 Coaching erleben wir, dass nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung entsteht, wenn Menschen lernen, beides zu halten:

das, was zu klären ist, und das, was sie stärkt.

Und genau damit entsteht dieses besonderen EntfaltungsRaum-Feeling; das uns und unsere Arbeit ausmacht: Tiefgang und Leichtigkeit!

Und nachdem wir uns in unseren letzten Blogartikeln sehr um den Tiefgang gekümmert haben, geht es heute mal um die Leichtigkeit, um die Sonne, um das Ausblühen.


Fünf Säulen des Aufblühens

Seligmans PERMA-Modell beschreibt, welche Elemente das Aufblühen fördern – und wie wir sie im Alltag kultivieren können:

  1. Positive Emotionen – Freude, Dankbarkeit, Hoffnung
  2. Engagement – das Gefühl, im Tun ganz aufzugehen
  3. Relationships – tragende, vertrauensvolle Beziehungen
  4. Meaning – Sinn erleben, Teil von etwas Größerem sein
  5. Accomplishment – das Erleben von Wirksamkeit und Gelingen

Diese fünf Aspekte sind wie ein innerer Kompass. Sie zeigen, wo Energie fließt, wo Verbindung entsteht und wo Entwicklung sich rund anfühlt – im Innen wie im Miteinander. Flourishing ist also kein Zustand, den man „erreicht“. Es ist eine Haltung: eine Entscheidung, immer wieder bewusst auf das Leben, auf Verbindung und Sinn zu schauen.


Drei Wege, um das Nährende zu kultivieren

Und wie kannst du nun diese Haltung ins tägliche Leben integrieren? Wie kannst du sie kultivieren? Wir schlagen unseren Coachees, dort wo es passt, die folgenden 3 Übungen vor.

1. Dankbarkeit als tägliche Haltung

Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Dankbarkeit ausdrücken oder aufschreiben, glücklicher, resilienter und verbindungsfähiger sind.

Dafür kannst du z.B. vor dem Einschlafen, die 5-Finger Übung machen und dir 5 Dinge aufzählen, wofür du heute dankbar bist. Schön ist es, wenn du jeden Tag etwas anderes findest.

In der Teamentwicklung, in der Paararbeit und in der Mediation laden wir deshalb oft ein, den Blick bewusst auf das zu richten, was bereits gelingt – das wirkt stabilisierend und verbindend, z.B. mit Fragen wie: Neben all dem, was schwierig, ungelöst, emotional verstrickt ist: was gelingt euch, was trägt, stabilisiert, etc.?

2. Genussmomente bewusst auskosten

Viele von uns übersehen die kleinen, schönen Momente, weil der Kopf schon beim nächsten To-do ist. „Savoring“ – das bewusste Genießen – ist eine einfache Übung aus der Positiven Psychologie: Etwas Schönes wahrnehmen, dann kurz innehalten, in dich spüren, das, was du siehst / erlebst schätzen.

Das können kurze Glücksmomente sein: der Duft von Herbstlaub, die Sonne, die auf einem See glitzert, das Lächeln eines netten Menschen, ein Eichhörnchen in der Baumkrone, der Geschmack deines Kaffees, ein freundliches Gespräch, …

Wer dies regelmäßig übt, stärkt seine emotionale Resilienz – und erlebt Beziehungen als wärmer, lebendiger und näher.

3. Selbstmitgefühl statt Selbstoptimierung

Aufblühen heißt nicht, immer gut drauf zu sein. Es bedeutet, sich selbst freundlich zu begegnen – gerade dann, wenn etwas nicht gelingt. Die Forschung zu Selbstmitgefühl (z.B. Kristin Neff, Christopher Germer) zeigt: Menschen, die mitfühlend mit sich umgehen, können besser lernen, vergeben und Beziehungen gestalten, die von Vertrauen und Authentizität getragen sind.

Eine schöne Übung dafür ist die Selbstmitgefühlspause.

Du nimmst dir ein wenig Zeit (10-15 min.) für dich, lässt die unangenehme Situation vor deinem inneren Auge aufziehen, nimmst wahr, wie es dir in dieser Situation geht. Kein Relativieren, kein Wegdrücken.

Im 1. Schritt klar anerkennen „ja, das tut weh“ oder vielleicht auch einfach nur „autsch“.

Mach dir im 2. Schritt klar, dass Leid zum Leben gehört – auch hier kein Relativieren, sondern Verbundenheit mit anderen Menschen aufbauen „wir alle erleben einmal Leid.“

Und im 3. Schritt in dich spüren, was dir jetzt guttun könnte – vielleicht ein Telefonat mit einem lieben Menschen, oder eine Tasse Tee, ein Spaziergang….

Für diese Übung haben wir auch eine kleine Anleitung. Wenn du magst, kontaktiere uns einfach und wir schicken dir ein Audio zu.


Ein Praxis-Beispiel aus dem Coaching

Im Coaching wenden wir gerne eine sehr wirksame Übung an, die wir bei Agnes Kaiser-Rekkas in unserer Ausbildung zu Hypnose im Coaching gelernt haben: der „Zukunftsstuhl“.

Dafür stellen wir 2 Stühle nebeneinander. Die Coachee bestimmt, welcher Stuhl für die Gegenwart und welcher für die Zukunft steht.

Die Coachee nimmt auf dem Gegenwarts-Stuhl Platz und formuliert ihr Anliegen klar, z.B. „Was ist mein nächster beruflicher Schritt? Auf welche Jobs will ich mich konkret bewerben?“ oder „Ich schiebe diese Aufgabe ständig vor mir her. Wie mache ich endlich den ersten Schritt?“ (ja, auch für Herausforderungen aus der Prokrastination eignet sich die Übung ;-)). Als Coaches unterstützen wir dabei, das Anliegen klar zu formulieren.

Wir fordern die Coachee auf, sich auf den Zukunftsstuhl zu setzen. Wir leiten eine leichte Trance an, die die Coachee in die Zukunft führt – das Anliegen ist gelöst. Jetzt kann sie die Zukunft mit allen Sinnen erleben und vor allem spüren. Manchmal steigen Bilder oder Sätze auf. Es geht nicht darum, zu analysieren, wie sie in die Zukunft gekommen ist, sondern allein darum, die Zukunft „mit allen Zellen aufzusaugen“.

Hat die Coachee die Zukunft voll und ganz ausgekostet, darf sie wieder auf dem Gegenwarts-Stuhl Platz nehmen und reflektieren. Oft sprudeln jetzt Ideen für erste Schritte, für Lösungsansätze – eine hohe Motivation für die Veränderung ist entstanden.

Als Coaches weisen wir darauf hin: Falls jetzt noch keine Ideen sprudeln, ist das auch ok. Die Ideen werden kommen. Die Energie ist da. Die Coachee wird die richtigen Entscheidungen auf dem Weg in ihre Zukunft finden. Manchmal ist es auch hilfreich, den Zukunfts-Stuhl noch ein zweites Mal zu inszenieren…

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Diese wunderbare Übung ist kein Hokuspokus. Die Hirnforschung zeigt, dass wir oft kleine unbewusste Entscheidungen treffen. Entscheidungskriterium für unser Gehirn ist: geringstes Risiko!

Nun wir sind als Menschen so „programmiert“, dass wir es für das geringste Risiko halten, wenn wir etwas schon einmal erlebt haben. Unser Hirn kann nur nicht entscheiden, ob wir etwas schon einmal real erlebt haben oder ob wir es uns nur intensiv vorstellt haben.

Entwickeln wir also eine positive Zukunft mit allen unseren Sinnen, wird sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich unser Hirn unbewusst in diese Richtung entscheiden wird. Im Sport ist diese mentale Übung schon lange verankert.


Beziehungen stärken durch Positive Psychologie

Aktuelle Studien aus Europa (z. B. Brohm-Badry 2024, Reinartz 2024) zeigen:
Paare, die regelmäßig positive Interaktionen pflegen – Dankbarkeit ausdrücken, Humor teilen, gemeinsame Ziele formulieren – erleben stabilere, zufriedenere Beziehungen, auch in Konfliktphasen.

Diese Forschung bestätigt, was wir im Coaching täglich sehen:

Liebe wächst nicht dadurch, dass alles leicht ist, sondern dadurch, dass wir das Nährende immer wieder bewusst kultivieren.

Wer die Aufmerksamkeit auf das richtet, was stärkt, schafft emotionale Sicherheit – die Basis für Vertrauen, Nähe und Entwicklung.

Viele Coachees berichten, dass sie dadurch ihre Beziehungen anders erleben – weniger als Baustelle, mehr als Raum des Wachsens.


Aufblühen ist kein Verdrängen

Positive Psychologie bedeutet nicht, Negatives auszublenden. Sie lehrt, beides zu halten: Schmerz und Freude, Mangel und Fülle.

So entsteht innere Balance – und eine tiefe, reife Form von Persönlichkeitsentwicklung:

den Schmerz sehen, ohne darin zu versinken.
das Schöne würdigen, ohne das Schwierige zu leugnen.

Aufblühen ist gelebte Achtsamkeit – ein Innehalten, ein Spüren, ein bewusstes „Ja“ zum Leben, so wie es gerade ist.


Was nährt, wird stark

Wer sich selbst oder seine Beziehungen entwickeln möchte, darf lernen, die Aufmerksamkeit auf das zu richten, was stärkt. Denn Wachstum geschieht nicht nur im Durcharbeiten des Schmerzes, sondern im bewussten Kultivieren von Freude, Sinn und Verbindung.

In unseren Coachings, Mediationen und Retreats laden wir genau dazu ein:

innezuhalten, das Wesentliche zu spüren und Schritt für Schritt ein Leben zu gestalten, das nicht nur funktioniert, sondern erfüllt.

Vielleicht beginnst du heute mit einer kleinen Frage:

👉 Was hat mich heute genährt – und was hat mich verbunden?

Darin liegt oft schon der Anfang des Aufblühens.


Quellen (Auswahl)

  • Reinartz, C. (2024): Positive Selbstwahrnehmung in sozialen Kontexten
  • Global Flourishing Study (2025), Harvard / Baylor University
  • Brohm-Badry, M. (2024): Positive Psychologie in der Praxis
  • Blickhan, D. (2024): Langzeitstudie zur Positiven Psychologie
  • Diener, E. et al. (2010–2024): The Flourishing Scale
  • Seligman, M. (2011): Flourish – Wie Menschen aufblühen
  • Keyes, C. (2002–2024): Social Well-Being and Flourishing

Dein nächster Schritt

Wenn du merkst, dass du Aufblühen statt Aushalten möchtest, laden wir dich ein:

👉 Erfahre mehr über unsere Coaching-Angebote
👉 Entdecke unser Retreat auf Kreta
👉 Entdecke unser Retreat am Ammersee

Oder sprich uns auch gerne für eine Mediation im 2er Setting an. Wir sind beide zertifizierte Mediatorinnen und unterstützen gerne beim Aufblühen statt Aushalten – ob privat oder im beruflichen Kontext.

Herzlich Deine

Martina und Menexia

Coaching-Retreats im EntfaltungsRaum: Zeit für dich und neue Klarheit

Ob auf Kreta, in Ludwigsburg oder am Ammersee – unsere Retreats bieten dir Raum für Reflexion, Begegnung, Stille und Bewegung.

Für nachhaltige Veränderung, die in dir selbst entsteht – und die bleibt. Mit Leichtigkeit & Tiefgang.

👉 Mehr Informationen und aktuelle Termine findest du auf: www.eraum.info

Unsere Angebote im Detail:

Alle unsere Angebote basieren auf dem Konzept der Emotionalen Intelligenz & Achtsamkeit. Diese ist Bestandteil unseres systemisch, achtsamkeitsbasierten, integrativen Coaching-Ansatzes.

Wir bieten Dir Settings an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlicher Intensität und Dauer an, darunter auch einige Retreats. Schau‘ doch mal rein:

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Aus Teufelskreisen aussteigen

Wie wir aus Konfliktdynamiken aussteigen können


Foto: joshua-j-cotten–kxZRvp9yeI-unsplash

Konflike: Warum wir immer wieder in dieselben Fallen tappen

Kennst du das? Ein kleiner Auslöser – ein missverständlicher Satz, ein abwertender Blick – und plötzlich steckst du mitten in einem Streit. Eigentlich wolltest du ruhig bleiben, vielleicht gelingt dir das auch kurz, doch dann bricht es doch aus dir heraus: Vorwürfe, Rückzug, innere Anspannung. Und dein Gegenüber? Ganz genau so…

Das, was dann entsteht, nennt man einen Teufelskreis im Konflikt. Beide Seiten fühlen sich verletzt und gleichzeitig unverstanden. Beide sind überzeugt: „Der andere hat angefangen!“ – beide reagieren reflexartig. So entsteht eine Art Ping-Pong aus Angriff, Verteidigung, Schweigen oder zugeschlagenen Türen…

Konflikt- und Kommunikationsexperten wie Friedrich Glasl, Rudi Ballreich und Friedemann Schulz von Thun haben diese Dynamiken erforscht und gezeigt: Solche Muster sind nicht nur destruktiv, anstrengend, frustrierend – sie halten Konflikte regelrecht am Leben. ….und damit bieten sie Gelegenheit, immer wieder und wieder in dieselbe Falle zu tappen..


Was ist ein Teufelskreis?

Ein Teufelskreis beschreibt eine kommunikative Endlosschleife, in der Menschen immer wieder nach demselben Muster reagieren:

  • Der eine macht eine Bemerkung oder Geste, die beim anderen alte Wunden berührt.
  • Dieser reagiert verletzt oder wütend.
  • Die Gegenreaktion löst beim ersten wiederum Abwehr, Gegenangriff oder Rückzug aus.
  • Es folgen Schuldzuweisungen, emotionale Ausbrüche oder Schweigen.

Das Ganze wiederholt sich – oft, ohne dass jemand bewusst merkt, was passiert. Besonders perfide: Alte Erfahrungen, Kindheitsprägungen oder innere Verletzungen mischen sich hinein – oft sind sie auch der Auslöser. Was eigentlich nicht der Rede wert wäre oder eine kleine Meinungsverschiedenheit – schnell aus dem Raum gewischt – sein könnte, eskaliert schnell und heftig.

Dabei ist es, wie du es dir vermutlich  schon aus eigener Erfahrung denkst, wahrscheinlicher, mit einem Menschen, der dir nahesteht, in einen solchen Teufelskreis zu geraten. Partner, Geschwister, Kinder… alles gute Kandidaten, um das ungeliebte Kreisen nicht enden zu lassen.

Wahrscheinlich kennst du die typischen Anzeichen auch:

  • „Rabattmarkenheft“-Handeln: „Schon wieder muss ich zurückstecken… naja – ist ja nicht so schlimm. Ich sage nichts“ – und noch mal und noch mal und noch mal…. Und dann reicht es. Das „Heft“ ist voll. Alles, was sich angestaut hat, wird gebündelt „eingelöst“.
  • Es tauchen immer wieder dieselben Streitthemen auf. Es geht „schon wieder um eine Kleinigkeit“. Eine Beschwerde über die Zahnpasta im Waschbecken, ein Schnauben, … und los geht’s.
  • „Also an mir hat das jetzt nicht gelegen“, „immer musst du rumstänkern.“: Schuldzuweisungen statt Lösungen.
  • Mitten im Streit oder nach dem Streit folgt der Rückzug – mit einem lauten Knall der Tür ins Bad oder nach draußen oder aber eisiges Schweigen.
  • Was bleibt, ist emotionale Erschöpfung und Distanz. Es fühlt sich so an, als käme man nicht mehr zusammen.

Warum wir im Kreis gefangen bleiben

Ein Teufelskreis funktioniert wie ein Autopilot. Er läuft ab, ohne dass wir bewusst entscheiden. Neurowissenschaftlich erklärt: Unter Stress greift das Gehirn auf schnelle, alte Reaktionsmuster zurück („Kampf, Flucht oder Erstarren“).

Rudi Ballreich betont: Das eigentliche Problem ist nicht, dass ein Konflikt entsteht, sondern dass wir ihn in alten Mustern austragen. Die Muster halten sich selbst am Leben, solange niemand innehält und sagt: „Stopp – wir reden gerade nicht wirklich miteinander.“.


Ein Beispiel aus unserer Praxis

Zwei Kollegen: Der eine gibt ständig Ratschläge, der andere fühlt sich dadurch regelrecht klein gemacht – als ob er ein Problem nicht selbst lösten könnte. Zunächst sagt er nichts, steckt immer wieder ein (und sammelt so eine ordentliche Menge „Rabattmarken“ an). Schließlich reicht es ihm. Er wehrt sich und bricht der Konflikt offen aus.

Beide werfen sich gegenseitig Respektlosigkeit vor. Immer bekommen sie es hin, den Konflikt zu unterbrechen, doch nach kurzer Zeit, bricht er immer wieder aus. Beide werden immer dünnhäutiger. Einer denkt schon über Kündigung nach…

Sie entscheiden sich schließlich für eine Mediation. Als sie der Mediatorin ihre Sichtweisen schildern, die Gefühle dahinter benennen und gegenseitig spiegeln, verändert sich nach und nach etwas. Sie erkennen das Muster hinter den vielen Auseinandersetzungen. Und, dass sich beide eigentlich Wertschätzung wünschen, aber in ganz unterschiedlicher Form. Am Ende vereinbaren sie klare Regeln, wie sie künftig miteinander umgehen wollen, Das verproben sie im Alltag.


Raus aus dem Teufelskreis. Der Ausstieg: Schritt für Schritt

Die gute Nachricht: Es gibt erprobte Wege, aus einem solchen Teufelskreis auszusteigen. Die Forschung von Glasl und Ballreich zeigt, dass dies durch Bewusstheit, Dialog und neue Vereinbarungen gelingt. Das braucht Übung, am besten außerhalb der Konfliktsituation.

1. Reiz-Reaktions-Muster stoppen

  • Erinnere Dich daran: Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum (Viktor Frankl).
  • Wie kommst du in den Raum? Beobachte fein, dass sich da etwas anbahnt: oft gibt dir der Körper ein kleines Signal – vielleicht ein Ziehen im Bauch, ein innerliches Zittern…
  • Wenn du das wahrnimmst, halte kurz inne und nehme ein paar Atemzüge, bevor du impulsiv reagierst.
  • Jetzt hast du den Raum und die Möglichkeit, zu gestalten.

2. Die eigenen Gefühle und Bedürfnisse erforschen

  • Erkunde: Welche Emotion spüre ich gerade wirklich? Ist es Wut, Enttäuschung, Hilflosigkeit, Trauer?
  • Mach dir klar: Welches Bedürfnis steckt dahinter? Was fehlt dir? Ist es  Respekt, Autonomie, Nähe, …?
  • Erst wenn du das für dich klärst, kannst du es anderen mitteilen.

3. Selbstausdruck: Klar und ohne Vorwurf Gefühle und Bedürfnisse äußern

  • „Ich fühle mich …, weil mir wichtig ist …“
  • Wahrscheinlich eine der schwierigsten Übungen: Keine Vorwürfe
  • Schuldzuweisungen („Immer machst du…“, „du machst mich“), sondern Ich-Botschaften.

4. Perspektivwechsel und Verständigung

  • Sieh den anderen nicht als Gegner an, sondern als den Menschen, der dir nahe steht. Einen Menschen mit eigenen Bedürfnissen und jemanden, der es wahrscheinlich gut mit dir meint.
  • Frag‘ nach: „Wie hast du das gerade erlebt?“
  • Hör‘ wirklich und aufrichtig zu!
  • Mach dich eben nicht direkt zum Kontern bereit. Sondern lass das Gesagte auf dich wirken.

5. Meta-Kommunikation

  • Redet über die Art des Gesprächs: „Merken wir, dass wir wieder in alte Muster gerutscht sind?“
  • Ist die Meta-Ebene noch nicht möglich, stoppt das Gespräch kurz und strukturiert es neu.
  • Manchmal hilft es auch, zu sagen: „Lass uns vielleicht so reden, als ob wir uns gern hätten / lieben würden.“

6. Feedback und Spiegeln

  • Wiederhole das, was du gehört hast, in eigenen Worten.
  • Hole dir Bestätigung ein: habe ich dich richtig verstanden?

7. Gemeinsame Reflexion und Vereinbarungen

  • Schaut euch gemeinsam frühere Episoden an: Was waren da die Auslöser?
  • Trefft konkrete Absprachen: „Was brauchst du von mir? Was biete ich dir an?“ „Wie machen wir uns gegenseitig darauf aufmerksam, wenn wir einen neuen Einstieg in den Teufelskreis erkennen?“
  • Überprüft eure Vereinbarungen regelmäßig.

8. Selbstmitgefühl üben

  • Denke daran: oft ist niemand so hart zu dir, wie du selbst! Warum eigentlich? Gehe freundlich mit dir selbst um! Reflektieren ist gut, Aus Fehlern lernen auch. Aber Selbstvorwürfe bringen dich niemals weiter.
  • Und vergiss nicht: Bringe auch deinem Gegenüber Mitgefühl entgegen!

Wichtige Prinzipien für den Ausstieg

  • Nicht fragen: „Wer hat angefangen?“ – sondern: „Was hält den Konflikt am Leben?“
  • Verantwortung für den eigenen Anteil übernehmen.
  • Proaktiv Gespräche suchen, wo man sonst abbrechen würde.
  • Externe Unterstützung holen, wenn Muster festgefahren sind.
  • Fokus auf zukünftiges Verhalten, nicht nur auf die Vergangenheit.
  • Entwicklung von emotionaler Intelligenz – insbesondere von Selbststeuerung: lernen, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, einzuordnen und bewusst zu regulieren, statt von ihnen überwältigt zu werden. So entsteht innere Freiheit und Handlungsfähigkeit auch in hitzigen Momenten..

Fazit: Teufelskreise sind kein Schicksal

Konflikte gehören zum Leben – ob in Beziehungen, Teams oder Organisationen. Gefährlich wird es erst, wenn wir uns in Teufelskreisen verstricken. Oder, wie Friedrich Glasl so gerne sagt: „wenn nicht du einen Konflikt hast, sondern wenn der Konflikt dich hat“.

Der Ausstieg gelingt, wenn wir Automatismen unterbrechen: Innehalten, Gefühle und Bedürfnisse klar erkennen und benennen, in den Dialog treten und konkrete Veränderungen vereinbaren.

Das braucht Mut – und manchmal Begleitung durch Coaching oder Mediation. Doch der Gewinn ist enorm: mehr Vertrauen, mehr Klarheit, mehr Lebendigkeit in Beziehungen.


Dein nächster Schritt

Wenn du merkst, dass auch du immer wieder in einem Teufelskreis gefangen bist und du an deinen inneren Konflikten arbeiten möchtest, laden wir dich ein:

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Oder sprich uns auch gerne für eine Mediation im 2er Setting an. Wir sind beide zertifizierte Mediatorinnen und unterstützen gerne beim Ausstieg aus dem Teufelskreis – ob privat oder im beruflichen Kontext.

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Coaching-Retreats im EntfaltungsRaum: Zeit für dich und neue Klarheit

Ob auf Kreta, in Ludwigsburg oder am Ammersee – unsere Retreats bieten dir Raum für Reflexion, Begegnung, Stille und Bewegung.

Für nachhaltige Veränderung, die in dir selbst entsteht – und die bleibt.

👉 Mehr Informationen und aktuelle Termine findest du auf: www.eraum.info

Unsere Angebote im Detail:

Alle unsere Angebote basieren auf dem Konzept der Emotionalen Intelligenz & Achtsamkeit. Diese ist Bestandteil unseres systemisch, achtsamkeitsbasierten, integrativen Coaching-Ansatzes.

Wir bieten Dir Settings an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlicher Intensität und Dauer an, darunter auch einige Retreats. Schau‘ doch mal rein:

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Muster nachhaltig verändern

Wege zu innerer Freiheit, Lebendigkeit und echten Beziehungen


Foto: sascha-bosshard-frPd-JbHP8Y-unsplash

Inspiration aus eigener Erfahrung

Wenn Menschen zu uns ins Coaching oder in ein Retreat kommen, hören wir oft den Wunsch: „Ich will dieses eine bestimmte Verhalten endlich loswerden. Immer wieder passiert es mir, dass ich auf eine Art und Weise reagiere, die ich absolut verändern will.“

Oft handelt es sich bei diesem unerwünschten Verhalten um einen Wutanfall, ein plötzliches Einfrieren oder Blackout, Tränen, …- keine Kontrolle mehr über das eigene Verhalten.

Wir kennen diesen Wunsch, „etwas loszuwerden“, gut – nicht nur von unserer Arbeit, sondern auch aus unserer eigenen Entwicklung.

Als wir vor vielen Jahren begannen, selbst mit Coaching zu arbeiten, standen Fragetechniken, die Arbeit mit Glaubenssätzen und Antreibern im Vordergrund. Damals lernten wir: Wenn du dir einen hilfreichen Satz gibst – etwa aus „Ich muss immer stark sein“ wird der Erlauber „Ich darf auch schwach sein“ – dann verändert sich dein Erleben.

Oder: Glaubenssätze kannst du einfach überschreiben, wenn du herausarbeitest, dass es auch Ausnahmen von der Regel gibt.

Und ja: manchmal brachte das kurzfristig Entlastung. Doch wir haben sehr schnell gespürt – und in unserer Arbeit mit Klient:innen erlebt –, dass es oft nicht nachhaltig war. Denn häufig geht es nicht um eine einfache Verhaltensänderung, sondern um alte Überlebensmuster: unbewusst gelernt, damals hilfreich – heute oft hinderlich.

Diese Muster sitzen nicht nur im Kopf, sondern sind tief im Fühlen, im Körper, in der Biografie eines Menschen verankert. Bloß ein neuer Gedanke reicht nicht, um wirklich frei zu werden – auch wenn er im ersten Moment etwas Positives auslösen mag.


Warum Denken allein nicht reicht

Viele Verhaltensmuster laufen unbewusst: als innere Sätze, als Körperreaktionen, als alte Gewohnheiten. Wir merken erst hinterher, dass wir wieder anders reagiert haben, als wir wollten.

Innere Sätze können sein:

  • „Ich darf nicht zur Last fallen.“ – und schon sagst du „Ja“, obwohl du ein klares „Nein“ spürst.
  • „Nur wenn ich perfekt bin, werde ich gemocht.“ – und der Körper bleibt dauerhaft angespannt.
  • „Ich muss stark sein und alles allein schaffen.“ – und du riskierst Verletzungen, weil du dir keine Hilfe holst.
  • „Wenn ich loslasse, verliere ich Kontrolle.“ – und Nähe fühlt sich riskant an.

Der Kopf versteht vielleicht, was sinnvoll wäre. Doch Körper und Gefühle ziehen an der alten Stelle – und setzen sich durch.

Darum arbeiten wir nicht nur kognitiv, sondern auch mit Resonanz, Achtsamkeit, Embodiment, Naturerleben und systemischen Perspektiven. Es geht nicht darum, alte Wunden aufzureißen. Sondern darum, im Hier und Jetzt neue Erfahrungen zu machen – mit Körper, Gefühlen und inneren Bildern.


Entwicklung ist eine Spirale – nicht linear

Wenn wir beginnen, Muster nachhaltig zu verändern, fühlt sich das oft wie eine Endlosschleife an – und täglich grüßt das Murmeltier: „Jetzt habe ich schon so oft daran gearbeitet, dachte, ich bin weiter – und trotzdem ist es wieder da.“

Gut zu wissen: nachhaltige Veränderung verläuft spiralförmig. Wir begegnen ähnlichen Themen wiederholt – aber jedes Mal auf einer tieferen Ebene. Was einmal nur kognitiv erkennbar war, wird später emotional fühlbar oder körperlich spürbar.

Im EntfaltungsRaum begleiten wir genau diesen Prozess: Schritt für Schritt, Schicht für Schicht – oder besser: Drehung für Drehung der inneren Entfaltungs-Spirale.


Annehmen statt bekämpfen

Wir alle kennen den Impuls, belastende Anteile einfach loswerden zu wollen: die innere kritische Stimme, die ständige Kontrolle, die Angst, nicht genug zu sein. Doch Widerstand verstärkt meist nur das, was wir bekämpfen.

Nachhaltige Veränderung geschieht, wenn wir diese Anteile annehmen. Ihre Funktion würdigen. Ihnen einen neuen Platz geben – freundlich, aber bestimmt. Fast immer haben sie uns einmal geschützt. Dieses wohlwollende Annehmen öffnet den Raum für echte Transformation.

Es gibt dieses schöne Zitat des Gestalttherapeuten Werner Bock:

„Was ist, darf sein. Und was sein darf, das kann sich verändern.“


Unsere integrative Arbeitsweise

Unsere Entwicklung war geprägt von vielen Weiterbildungen und Ansätzen, die wir inzwischen zu einer integrativen Arbeitsweise verbinden:

  • Achtsamkeitsbasierte Verfahren wie MBSR, Mindful Self-Compassion und Introvision-Coaching fördern den Zugang zu Denken, Fühlen, Spüren und innerer Ruhe.
  • Embodiment-Methoden machen erfahrbar, wie eng Körper und Psyche verbunden sind.
  • Psychodynamische Ansätze wie NARM bringen tiefere Prägungen und Überlebensmuster ins Bewusstsein.
  • Systemische Methoden wie Aufstellungen und Transaktionsanalyse zeigen, wie unbewusste Dynamiken und Beziehungsmuster wirken – und welche Ressourcen verborgen sind.

Wichtig: Persönlichkeitsentwicklung geschieht dort, wo jemand gerade steht. Darum gestalten wir Prozesse flexibel, erfahrungsbasiert und lebendig.


Praxisbeispiel: Vom „immer stark sein müssen“ zu echter Verbindung

Eine Frau kam zu einem Retreat mit dem Wunsch, ihre Erschöpfung loszuwerden – alles war zu viel. Dahinter lag der Glaubenssatz: „Ich darf keine Schwäche zeigen.“

In einem achtsamen Naturmoment wurde spürbar: Ihre Müdigkeit ist kein Feind, sondern ein Hinweis. Zum ersten Mal konnte sie das fühlen – und annehmen.

Im anschließenden 1:1 Coaching zeigte sich, wie sehr dieser Satz ihr Leben geprägt hatte. Schritt für Schritt lernte sie, das Muster zu würdigen – es hatte sie früher geschützt. Heute sagt sie:
„Ich bin stark, weil ich mich zeigen darf – nicht, weil ich alles allein tragen muss.“

Das ist der Kern von Muster nachhaltig verändern: nicht durch Kampf, sondern durch Annahme, Würdigung und Integration.


Praxisbeispiel: Vom „allen recht machen“ zum gesunden Nein

Viele unserer Klient:innen kämpfen mit dem Muster: „Ich muss es allen recht machen – sonst werde ich nicht gemocht.“

Das führt im Alltag zu Überforderung, Stress und fehlender Abgrenzung. Dahinter liegt oft die Angst, ausgegrenzt zu werden.

In unseren Coaching-Retreats auf Kreta, am Ammersee oder im 1:1 Coaching schaffen wir Räume, in denen diese Dynamiken sichtbar werden. Mit achtsamkeitsbasierten Methoden lernen Klient:innen, innezuhalten und zu spüren, was passiert, wenn sie „Nein“ denken.

Ein zentraler Moment entsteht, wenn sie erleben: „Ich darf sein, wie ich bin – auch wenn ich nicht jedem alles recht mache.“

Dieses Erleben ist oft der erste Schritt zu mehr Selbstvertrauen, gesunden Grenzen und innerer Freiheit.


Veränderung im Alltag – Schritt für Schritt

Muster tauchen immer wieder auf. Doch sie verlieren ihre starre Macht. Jedes Mal, wenn wir bewusst innehalten, Anteile würdigen oder neue Erfahrungen zulassen, entsteht Gestaltungsspielraum.

So wird nachhaltige Veränderung erfahrbar: mehr Freiheit, mehr Lebendigkeit und eine neue Qualität in Beziehungen – zu uns selbst und zu anderen.


Dein nächster Schritt

Wenn du spürst, dass auch in dir alte Muster wirken, die du nachhaltig verändern möchtest, laden wir dich ein:

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Lass uns gemeinsam herausfinden, wie du deine Muster nicht nur verstehst, sondern wirklich transformierst – Schritt für Schritt, in deinem Tempo.

Coaching-Retreats im EntfaltungsRaum: Zeit für dich und neue Klarheit

Ob auf Kreta, in Ludwigsburg oder am Ammersee – unsere Retreats bieten dir Raum für Reflexion, Begegnung, Stille und Bewegung.

Für nachhaltige Veränderung, die in dir selbst entsteht – und die bleibt.

👉 Mehr Informationen und aktuelle Termine findest du auf: www.eraum.info

Herzliche Grüße von

Martina Bär & Menexia Kladoura

Unsere Angebote im Detail:

Alle unsere Angebote basieren auf dem Konzept der Emotionalen Intelligenz & Achtsamkeit. Diese ist Bestandteil unseres systemisch, achtsamkeitsbasierten, integrativen Coaching-Ansatzes.

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Aufschiebeverhalten überwinden

Wie Coaching-Retreats dabei helfen, alte Muster zu verändern

Du schiebst Dinge auf – obwohl sie wirklich wichtig sind?

Du nimmst es dir vor. Immer wieder. Es steht auf deiner ToDo-Liste ganz oben. Ein Projekt, ein Konzept, ein Telefonat, ein Behörden-Formular, … längst überfällig… Heute erledigst du es oder fängst zumindest damit an…

…und dann… machst du etwas anderes. Vielleicht überlang irgendwelche Folien schöner machen, stundenlang Zahlen in Excel schieben, Fenster putzen, Wasserkocher entkalken – du hälst dich beschäftigt

… und das noch nicht mal mit wirklich erfüllenden Aufgaben – nur bloß nicht dem, was du dir eigentlich vorgenommen hast. Das schiebst du auf. Wieder und wieder. Tag für Tag. Manchmal sogar Woche für Woche.

Wenn du dieses Verhalten kennst, bist du nicht allein. Aufschiebeverhalten, von manchen Aufschieberitits genannt – in der Fachsprache „Prokrastination“ – betrifft viele Menschen.

Aber: Das immer wieder Aufschieben ist kein Zeichen von Faulheit oder mangelnder Disziplin. Vielmehr ist es oft Ausdruck eines inneren Konflikts.

Und genau dort setzen wir im Coaching und in unseren Retreats im EntfaltungsRaum Emotionale Intelligenz und Achtsamkeit an.

Was wirklich hinter Aufschiebe-Verhalten steckt: ein innerer Konflikt

Hinter chronischem Aufschieben wirken oft unbewusste Schutzmechanismen. Vielleicht hast du gelernt…

❌ dass es sicherer ist, keine Fehler zu machen oder

❌ dass du erst dann handeln darfst, wenn alles perfekt ist oder

❌ dass deine eigenen Wünsche nicht so wichtig sind oder

❌ dass du auf andere nicht stören und dich nicht „aufdrängen“ darfst….

Diese inneren Muster haben dir früher – meist in der Kindheit – einmal geholfen. Sie waren klug – damals. Heute jedoch können sie dich blockieren, ausbremsen oder in ständiger Selbstkritik gefangen halten.

Heute, als erwachsender Mensch weißt du, dass:

💡 du Fehler machen darfst

💡 nicht alles perfekt sein muss

💡 deine Wünsche wichtig sind

💡 du dich anderen zumuten darfst, und sie sich sogar darüber freuen

Aber die in der Kindheit erworbenen Muster wirken nach und steuern dich unbewusst in „alte“ Reaktionsmuster. Obwohl du – meist – die Fähigkeiten hättest, anders zu agieren.

Nur manchmal hat das Gehirn noch nicht gemerkt, dass du erwachsen geworden bist, und steuert dich immer wieder in die alten Muster rein.

Das ist es, was dich bei der Aufschieberitis manchmal in Verzweiflung bringt. Du willst es mit all deinem Erwachsen sein machen und irgendetwas – Unbewusstes – hält dich davon ab.

Denn meist schieben wir Aufgaben auf, die uns genau in so eine Situation bringen, die unser Kindliches Gehirn als höchste Gefahr abgespeichert hat: die Befürchtung, es nicht perfekt zu machen, die Angst, von anderen abgewiesen zu werden, sich lächerlich zu machen, ….

Die gute Nachricht: du kannst diese alten Muster durch neue, funktionalere ersetzen.

Die schlechte Nachricht: es einfach nur zu wissen, reicht allein nicht aus.   

So arbeiten wir im EntfaltungsRaum mit Aufschiebe-Verhalten

Im Coaching geht es nicht darum, dieses Verhalten einfach „wegzudrücken“ oder wegzumachen. Es geht darum, es zu verstehen, zu würdigen und auf einer tieferen Ebene zu verwandeln. Und das ist ein Prozess, der ein wenig Zeit braucht … und sich auf jeden Fall lohnt.

Dann sind die wichtigen Dinge endlich mal erledigt und lasten nicht ständig auf dem Gewissen …auch wenn du dann eventuell Gefahr läufst, dass dein Wasserkocher nicht 100% kalk-frei bleibt 😅

Im EnfaltungsRaum bieten wir dir unterschiedliche Wege, dein Aufschiebeverhalten anzugehen. Je nachdem, was für dich passender ist:

1:1-Coaching – individuell und tiefgehend

Im Einzelcoaching begleiten wir dich dabei, deinem Aufschiebeverhalten auf den Grund zu gehen. Du wirst eingeladen, innere Konflikte sichtbar zu machen, alte Muster zu würdigen und stimmige, neue Wege zu entwickeln.

Schritt für Schritt kannst du dein Verhalten zwischen den Sessions beobachten und neu gelerntes gleich „on the job“ ausprobieren.

Retreats – Abstand gewinnen, von der Gruppe profitieren, dir neu begegnen

In unseren mehrtägigen Coaching-Retreats nimmst du dir mit Abstand zum Alltag – ungestört und fokussiert – Zeit, an deinen Mustern zu arbeiten.

In der kleinen Gruppe Gleichgesinnter entsteht außerdem ein gemeinsamer Erfahrungsraum, der oft nachhaltige Veränderungen bahnt.

Denn nichts ist entlastender, als festzustellen, dass es den anderen auch so geht, wie dir. Nur sonst spricht ja keiner darüber…

Hier kannst du aus dem Alltag aussteigen, Perspektiven wechseln, dich spüren und durch individuelles Coaching, durch die Resonanz der Gruppe und durch den Austausch mit anderen wachsen.

Im ersten Schritt: Erkundungsfragen für Herz, Verstand und Körper

In diesem ersten Schritt näherst du dich dem Thema und gewinnst erste wichtige Erkenntnisse, indem du dir Reflexions-Fragen stellst.

Entweder beantwortest du sie im Stillen für dich, schreibst dir die Antworten auf oder du entwickelst deine Gedanken im Austausch mit der Coach oder in einer kleinen Gruppe.

 1. Warum willst du etwas verändern?
Eine Einladung, dich mit deinem inneren Wollen zu verbinden – jenseits von Erwartungen.

2. Wie groß ist deine Bereitschaft, das jetzt anzugehen auf der Skala zwischen 1-10?
Realistisch, ehrlich, ohne Druck. Auch eine 3 ist ein Anfang.

3. Warum hast du keine kleinere Zahl gewählt?
Diese Frage bringt dich in Kontakt mit vorhandener Motivation und Ressourcen.

4. Was wäre anders, wenn du dein Ziel erreicht hättest? Wie würden andere das merken?
Stell dir vor, dein Anliegen wäre gelöst. Was wäre spürbar anders – für dich selbst aber auch in der Verbindung zu anderen?

5. Warum sind dir diese Resultate wichtig?
Diese Frage führt dich oft zu deinen inneren Werten und Sehnsüchten.

6. Was wäre ein erster stimmiger Schritt?
Veränderung beginnt nicht mit dem großen Sprung, sondern mit einem machbaren, konkreten Impuls.

 

Tiefer eintauchen, um Aufschiebe-Verhalten nachhaltig zu verändern

Durch Reflexion oder Einüben neuer Verhaltensweisen lassen sich unbewusst wirkende Spannungen jedoch nicht auflösen. Auch reicht es nicht, verstanden zu haben, warum etwas ist, wie es ist, oder warum etwas wichtig ist.

Deshalb arbeiten wir mit Methoden, die tiefer ansetzen: IntrovisionCoaching und NARM.

IntrovisionCoaching: Den inneren Alarm beruhigen

Beim IntrovisionCoaching gehen wir mit dir Fragen nach, wie z.B.:
Was ist das eigentlich, was dich innerlich blockiert? Was ist für dich so schlimm an der Situation? Oder: kennst du das Gefühl aus früheren Situationen? Was war an den Situationen gleich, was war anders?

Durch langsames Herantasten, vielleicht auch durch das Ausprobieren unterschiedlicher Sätze, finden wir gemeinsam einen Satz, der unbewusst inneren Stress und die größte Angst auslöst.

Beispiele sind:

  • „Es kann sein, dass ich nicht angenommen werde, so wie ich bin.“
  • „Es kann sein, dass ich allein gelassen werde.“
  • „Es kann sein, dass ich für ungenügend gehalten werde.“

Solche Sätze lösen Alarm im Gehirn aus – meist unbemerkt – und aktivieren Schutzstrategien wie Ablenkung, verbal Angreifen, ständiges Analysieren, sich komplett zurückziehen.

In einer angeleiteten Achtsamkeitsübung laden wir dich dazu ein, diesen Stressauslöser einfach nur auf dich wirken zu lassen und deine Reaktion wahrzunehmen – so als würdest du dich von außen beobachten:

Körperempfindungen, Gefühle, Gedanken, innere Bilder.. Was immer auftaucht, einfach nur beobachten, ohne etwas verändern zu wollen.

Diese Übung wird regelmäßig – z. B. mit einer Audioanleitung – wiederholt. Nach und nach beruhigt sich das innere Alarmsystem. Alte Reaktionsmuster verlieren an Kraft. Handlungsspielraum entsteht.

Beispiel:

Eine Klientin, die ihre Steuererklärung bis hin zu Strafzahlungen immer wieder aufschiebt, erkennt: „Ich darf auf keinen Fall Fehler machen, denn dann bin ich wertlos.“

In der Übung spürt sie zunächst starke Enge im Brustraum, das Herz rast, Schweißperlen auf der Stirn. … Nach einigen Tagen Übung verändert sich die innere Reaktion, sie bleibt bei ihrem Angstsatz ganz ruhig. So kann sie ihre Steuererklärung Schritt für Schritt angehen.

NARM (Neuroaffektives Beziehungsmodell): Schutzmuster erkennen und würdigen

Im NARM-Coaching fragen wir: „Magst du mit mir erkunden, was dir im Weg steht, um dein Ziel zu erreichen?“

In begleiteten Wahrnehmungsübungen leiten wir dich an:
Was spürst du jetzt, wenn du an deine Situation denkst? Welche Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen oder inneren Bilder tauchen auf? Gib dir einen Moment Zeit damit.

Durch feinfühlige Fragen und Spiegelung unserer Wahrnehmung unterstützen wir die Stärkung deiner Selbstwirksamkeit und die Verbindung zwischen deinem Denken, Fühlen und Spüren. Deine inneren Blockaden verändern sich, indem du sie bewusster wahrnimmst und sie erstmal da sein dürfen.

Nach und nach wird sichtbar: Hinter dem Zögern stecken oft alte Schutzmuster – wie Rückzug, Überanpassung oder Selbstkritik. Diese waren früher wichtig, um mit schwierigen Situationen klarzukommen. Heute stehen sie oft im Weg.

Beispiel: Ein Klient erkennt, dass sein Aufschieben mit früherer Überforderung zu tun hat. Als Kind war es sicherer, keine Erwartungen zu wecken. Heute hindert ihn dieses Muster daran, voranzukommen.
Durch das Bewusstwerden entsteht eine neue Wahlfreiheit und Gestaltungskraft.


In unserer Coachingarbeit – ob im Einzelsetting oder im Retreat – schaffen wir Räume, in denen genau dieses tiefe Verstehen und Verändern möglich wird.

Nicht durch Druck, sondern durch Präsenz, Würdigung und eine veränderte innere Haltung.

 

Du bist nicht dein Muster – und du kannst es verändern

Aufschiebeverhalten ist kein Defekt – es ist Ausdruck deiner inneren Dynamiken. Und es ist ein Kompass: hin zu dir, zu deinen Werten, zu deinem inneren Wachstum.

In unseren Retreats und Einzelcoachings im EntfaltungsRaum Emotionale Intelligenz und Achtsamkeit begleiten wir dich dabei, deinen Mustern zu begegnen und neue Wege zu finden… mit Leichtigkeit und Tiefgang, mit Würde und Klarheit.

Coaching-Retreats im EntfaltungsRaum: Zeit für dich und neue Klarheit

Ob auf Kreta, in Ludwigsburg oder am Ammersee – unsere Retreats bieten dir Raum für Reflexion, Begegnung, Stille und Bewegung.

Für nachhaltige Veränderung, die in dir selbst entsteht – und die bleibt.

👉 Mehr Informationen und aktuelle Termine findest du auf: www.eraum.info

Herzliche Grüße von

Martina Bär & Menexia Kladoura

Unsere Angebote im Detail:

Alle unsere Angebote basieren auf dem Konzept der Emotionalen Intelligenz & Achtsamkeit. Diese ist Bestandteil unseres systemisch, achtsamkeitsbasierten, integrativen Coaching-Ansatzes.

Wir bieten Dir Settings an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlicher Intensität und Dauer an, darunter auch einige Retreats. Schau‘ doch mal rein:

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